Samstag, 22. November 2008
Papiertiger
Sie fangen rasch Feuer, verglühen aber schnell.

Das Aufblähen kommt vor dem Fall. Wie in der Astronomie: roter Riese - weißer Zwerg - schwarzes Loch. Minusenergie. Menschen können das auch: Minusfreunde.

Der One-Night-Stand ist die einzige vernünftige Form, den Papiertiger zu genießen. Niemand kümmert die Asche auf dem Fensterbrett von Hotelzimmern. Schon im Aufzug abwärts spürt man mit jedem Millimeter ein Stück gesunde Kühle. Alles, was dann noch die Wangen rötet, ist die Eile, die es an den Tag zu legen gilt. Die Geschwindigkeit, die fahrigen Ellenbogen, der ruppig ausgreifende Schritt. Alles spült das Gewesene fort und legt das Rouge von Business auf. Knarrendes Leder an den Füßen versickern die letzten Schweißtropfen im Unterhemd.

Ich rieche euch. Alle.

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Mittwoch, 19. November 2008
warten
Der Reizlose reizt mich maßlos, fällt mir auf den Wecker. Haut meine Zeit kaputt. Kratzt fort die dünne Haut auf meinen Nerven. Profilierungssucht, was gibt es Widerwärtigeres?!

Bleibe still, bleibe stumm, stehe dumm im Wald herum, den ich trotz lauter Bäumen aber wenigstens immer noch sehe.

Sich verlieben: heißt "sich" nicht ein Mindestmaß an Eigeninitiative? Mich in einen Zustand versetzen. Muss man sich dafür teilen? Mitteilen?

Mich mit Alkohol versetzen kann ich besser.
Mich versetzen kann man(n) auch sehr gut.

Man(n) sollte sich an das halten, was man kann. Und manchmal besser nicht.

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Samstag, 27. September 2008
in Sicherheit
wäge ich mich, wiege mich.

Er kann es ja nicht sehen, wie ich starre. Wie der Puls erstarrt, aufhört, gegen die Schläfen zu klopfen. Um dann, rot in den Wangen, die Schädeldecke zu zerreißen.

Adrenalin heißt der Freund meiner Phantasie. Höherschnellaweita. Und bunter.

Und dann: Scham. Für soviel Traumtänzerei.

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