Donnerstag, 30. Juli 2009
100
glasscherbenviertel, 16:52h
Da bist du. Mein Herz steht still.
Ohne ein Zögern die Arme umeinander geschlungen. Die Hände gesucht. Die, suchend, verteilen zärtlichste Berührung. Verteilen dich auf meine Haut. Warm.
Wir sinken an Ort und Stelle. Wir versinken.
Deine Iris mit der Sogkraft der Sirenen. Auch du wendest den Blick nicht ab. Pupille, ein Abwärtstrudel, marianengrabentief.
Nichts wichtiger als Gesichter. Du siehst mich. Ich erkenne dich.
Die Körper, später. Respektvoll, denn: zuerst du, zuerst ich.
Wir halten den Atem an. Nicht die Zeit.
Kurz darauf bin ich wieder was ich war: reine Schwerkraft.
Ohne ein Zögern die Arme umeinander geschlungen. Die Hände gesucht. Die, suchend, verteilen zärtlichste Berührung. Verteilen dich auf meine Haut. Warm.
Wir sinken an Ort und Stelle. Wir versinken.
Deine Iris mit der Sogkraft der Sirenen. Auch du wendest den Blick nicht ab. Pupille, ein Abwärtstrudel, marianengrabentief.
Nichts wichtiger als Gesichter. Du siehst mich. Ich erkenne dich.
Die Körper, später. Respektvoll, denn: zuerst du, zuerst ich.
Wir halten den Atem an. Nicht die Zeit.
Kurz darauf bin ich wieder was ich war: reine Schwerkraft.
... link (0 Kommentare) ... comment
Sonntag, 28. Dezember 2008
wir werden immer Liebende sein
glasscherbenviertel, 21:08h
Wie sicher man einander findet, wenn man nicht ohneeinander kann.
Was heißt können: wollen.
Der Wille bahnt sich seinen Weg kraftvoll wie ein Sprengkörper und geradlinig wie eine ICE-Trasse.
Die Gedanken und Erkenntnisse haben ihn tief gezeichnet. Das Gesicht in Falten, die Gesten fahrig. Er hat getrunken, ist aber klar.
Und doch keine Entschlüsse.
Warum Männer sich nie entscheiden?
Ich habe meinen Entschluss gefasst. Dass ich ihn niemals aufgeben werde, Ehen und Kindern zum Trotz. Die Bastion gegen alle Vernunft.
Der Versuch einer Freundschaft fruchtbar gescheitert. "Wir werden immer Liebende sein."
In seinen Augen Gewitter. Verlust der Illusion, jemals mit dem kleinen Glück zufrieden zu sein. Blitze, die Konventionen wie morsche Baumstämme spalten. Die Erde bebt, Flüsse brennen.
Und Öl in die Feuer. Als er meine Hand nimmt. Mit den Fingerspitzen die Sehnen auf meinem Handrücken nachfährt. Sein Gesicht an meiner Schulter vergräbt.
Und dann küssen wir uns. Und können nicht aufhören. Ich zittere, dass mir die Zähne aufeinander schlagen. Die Emotion. Der Wunsch. Gewaltig.
Wir haben nur eine Stunde. Dann fordert uns unser Leben, das wir getrennt gehen, zurück. Gewaltsam.
Was heißt können: wollen.
Der Wille bahnt sich seinen Weg kraftvoll wie ein Sprengkörper und geradlinig wie eine ICE-Trasse.
Die Gedanken und Erkenntnisse haben ihn tief gezeichnet. Das Gesicht in Falten, die Gesten fahrig. Er hat getrunken, ist aber klar.
Und doch keine Entschlüsse.
Warum Männer sich nie entscheiden?
Ich habe meinen Entschluss gefasst. Dass ich ihn niemals aufgeben werde, Ehen und Kindern zum Trotz. Die Bastion gegen alle Vernunft.
Der Versuch einer Freundschaft fruchtbar gescheitert. "Wir werden immer Liebende sein."
In seinen Augen Gewitter. Verlust der Illusion, jemals mit dem kleinen Glück zufrieden zu sein. Blitze, die Konventionen wie morsche Baumstämme spalten. Die Erde bebt, Flüsse brennen.
Und Öl in die Feuer. Als er meine Hand nimmt. Mit den Fingerspitzen die Sehnen auf meinem Handrücken nachfährt. Sein Gesicht an meiner Schulter vergräbt.
Und dann küssen wir uns. Und können nicht aufhören. Ich zittere, dass mir die Zähne aufeinander schlagen. Die Emotion. Der Wunsch. Gewaltig.
Wir haben nur eine Stunde. Dann fordert uns unser Leben, das wir getrennt gehen, zurück. Gewaltsam.
... link (0 Kommentare) ... comment
Samstag, 22. November 2008
Papiertiger
glasscherbenviertel, 00:57h
Sie fangen rasch Feuer, verglühen aber schnell.
Das Aufblähen kommt vor dem Fall. Wie in der Astronomie: roter Riese - weißer Zwerg - schwarzes Loch. Minusenergie. Menschen können das auch: Minusfreunde.
Der One-Night-Stand ist die einzige vernünftige Form, den Papiertiger zu genießen. Niemand kümmert die Asche auf dem Fensterbrett von Hotelzimmern. Schon im Aufzug abwärts spürt man mit jedem Millimeter ein Stück gesunde Kühle. Alles, was dann noch die Wangen rötet, ist die Eile, die es an den Tag zu legen gilt. Die Geschwindigkeit, die fahrigen Ellenbogen, der ruppig ausgreifende Schritt. Alles spült das Gewesene fort und legt das Rouge von Business auf. Knarrendes Leder an den Füßen versickern die letzten Schweißtropfen im Unterhemd.
Ich rieche euch. Alle.
Das Aufblähen kommt vor dem Fall. Wie in der Astronomie: roter Riese - weißer Zwerg - schwarzes Loch. Minusenergie. Menschen können das auch: Minusfreunde.
Der One-Night-Stand ist die einzige vernünftige Form, den Papiertiger zu genießen. Niemand kümmert die Asche auf dem Fensterbrett von Hotelzimmern. Schon im Aufzug abwärts spürt man mit jedem Millimeter ein Stück gesunde Kühle. Alles, was dann noch die Wangen rötet, ist die Eile, die es an den Tag zu legen gilt. Die Geschwindigkeit, die fahrigen Ellenbogen, der ruppig ausgreifende Schritt. Alles spült das Gewesene fort und legt das Rouge von Business auf. Knarrendes Leder an den Füßen versickern die letzten Schweißtropfen im Unterhemd.
Ich rieche euch. Alle.
... link (0 Kommentare) ... comment
Samstag, 27. September 2008
in Sicherheit
glasscherbenviertel, 14:28h
wäge ich mich, wiege mich.
Er kann es ja nicht sehen, wie ich starre. Wie der Puls erstarrt, aufhört, gegen die Schläfen zu klopfen. Um dann, rot in den Wangen, die Schädeldecke zu zerreißen.
Adrenalin heißt der Freund meiner Phantasie. Höherschnellaweita. Und bunter.
Und dann: Scham. Für soviel Traumtänzerei.
Er kann es ja nicht sehen, wie ich starre. Wie der Puls erstarrt, aufhört, gegen die Schläfen zu klopfen. Um dann, rot in den Wangen, die Schädeldecke zu zerreißen.
Adrenalin heißt der Freund meiner Phantasie. Höherschnellaweita. Und bunter.
Und dann: Scham. Für soviel Traumtänzerei.
... link (0 Kommentare) ... comment
Dienstag, 23. September 2008
getraumfängert
glasscherbenviertel, 14:40h
Immer, wenn ich mich verliebe, träume ich vom einem Mann, dem ich einmal ein ganzes Jahr geopfert habe.
Vollkommener Blödsinn, rückblickend. Aber damals: vollkommene Zwangshandlung. So wie mit dem Pullover an einem rostige Nagel hängenbleiben und anstatt freizukommen nur immer neue Schlaufen ziehen. Manchmal ist das so. Und du kannst nicht viel dagegen tun.
Und nie kriege ich ihn. Im Traum.
Hab ich ja auch nie gehabt. Im Leben.
Schlechtes Omen?!
Vollkommener Blödsinn, rückblickend. Aber damals: vollkommene Zwangshandlung. So wie mit dem Pullover an einem rostige Nagel hängenbleiben und anstatt freizukommen nur immer neue Schlaufen ziehen. Manchmal ist das so. Und du kannst nicht viel dagegen tun.
Und nie kriege ich ihn. Im Traum.
Hab ich ja auch nie gehabt. Im Leben.
Schlechtes Omen?!
... link (0 Kommentare) ... comment
gekapert
glasscherbenviertel, 02:56h
das Herz. Ganz plötzlich. Und sofort kommt die Furcht.
Angst, ihm auf den Wecker zu fallen.
Überhaupt: der will mich gar nicht. Den darf ich nicht mal wollen. Er hat es schon kapiert: Rückzug, aber freundlich.
Aber:
Er ist so angenehm. Der Cashmirpullover in der Winterkollektion.
Ich habe Kaufrausch.
Ich habe Saufrausch.
Ich will ihm seine altmodische Brille vom Gesicht ziehen und die spröden Lippen auf seine unschuldigen Wangen drücken.
Angst, ihm auf den Wecker zu fallen.
Überhaupt: der will mich gar nicht. Den darf ich nicht mal wollen. Er hat es schon kapiert: Rückzug, aber freundlich.
Aber:
Er ist so angenehm. Der Cashmirpullover in der Winterkollektion.
Ich habe Kaufrausch.
Ich habe Saufrausch.
Ich will ihm seine altmodische Brille vom Gesicht ziehen und die spröden Lippen auf seine unschuldigen Wangen drücken.
... link (0 Kommentare) ... comment